Fiktives Beispiel
Beispiel: Legacy-Check einer IBM-i-Anwendung
Ein stabiles RPG-System auf der IBM i, zwei Entwickler kurz vor der Rente und Kunden, die Echtzeit-Schnittstellen verlangen: Dieses fiktive Beispiel zeigt, wie ein Legacy-Check die Lage bewertet und einen Weg ohne Big Bang aufzeigt. Beide Teile des Berichts können Sie als PDF herunterladen.
Die Ausgangslage
Muster Logistik GmbH (fiktiv) – Kontraktlogistiker und Spedition mit 320 Mitarbeitenden, vier Standorten und drei Lagern mit zusammen 42.000 Palettenplätzen.
Kernsystem für Auftragsannahme, Lagerverwaltung, Kommissionierung, Transportdisposition, Sendungsverfolgung und die kundenindividuelle Abrechnung für rund 60 Kontraktkunden.
LVS/400 läuft seit 1995 auf IBM-Midrange-Systemen (früher AS/400, heute IBM i) und wurde von der eigenen IT stetig erweitert. Das System ist ausgesprochen stabil – doch die beiden RPG-Entwickler gehen 2027 und 2029 in Rente, und die Nachbesetzung ist seit über einem Jahr erfolglos. Gleichzeitig verlangen Kunden Echtzeit-Schnittstellen; zwei Ausschreibungen gingen 2026 deshalb verloren. Die Geschäftsführung wollte wissen, wie sie das System zukunftssicher macht, ohne den Betrieb zu gefährden.
- Personal- und Betriebsrisiken bewerten
- Die Anforderungen der Kunden an Echtzeit-Schnittstellen erfüllen
- Einen tragfähigen Weg für die nächsten 10 Jahre finden – ohne Big Bang
Umfang des Legacy-Checks
Festpreis 2.499 € netto · Durchführung in 2 Kalenderwochen
- Analyse der vollständigen Quellbibliotheken und der Datenbankbeschreibungen (ohne Echtdaten)
- KI-gestützte Code-Analyse mit dem jeweils passenden Modell und erprobten Prompts, alle Befunde von erfahrenen Entwicklern geprüft
- Zwei Interviews: Fachbereich (Lager und Disposition) und IT
- Prüfung von System, Berechtigungen, Betrieb, Schnittstellen und Lizenzen
- Ergebnispräsentation (online, 60 Minuten) und dieser Bericht
Das Ergebnis
Stabiler Kern, akutes Personalrisiko
LVS/400 ist ausgesprochen stabil und bildet die Abläufe präzise ab – besonders die kundenindividuelle Abrechnung. Die Plattform IBM i wird von IBM weiterentwickelt und ist nicht das Problem. Das Problem sind Personal und Schnittstellen: Das Wissen liegt bei zwei Entwicklern kurz vor der Rente, und ohne Echtzeit-Schnittstellen gehen bereits Aufträge verloren. Wir empfehlen, zuerst Schnittstellen vor das Altsystem zu setzen und die Module danach schrittweise abzulösen.
Ampelbewertung
Die fünf größten Risiken
| Nr. | Risiko | Einstufung | Maßnahme |
|---|---|---|---|
| R1 | Wissensverlust durch RenteneintrittBeide RPG-Entwickler gehen 2027 und 2029 in Rente. Das Wissen über rund 380 Abrechnungsregeln und 1.051 Programme ist kaum dokumentiert. | Kritisch | Wissenstransfer sofort starten, Kernprogramme dokumentieren, externe IBM-i-Unterstützung als Brücke. |
| R2 | Fehlende Echtzeit-SchnittstellenKunden verlangen Sendungsstatus und Auftragsannahme per API; heute gibt es nur nächtliche Dateiexporte. | Hoch | REST-Schnittstellen vor LVS/400 für Sendungsstatus und Auftragsannahme. |
| R3 | Plattform am SupportendeIBM i 7.3 hat keinen Standard-Support mehr; die Hardwarewartung für den Power8-Server endet 2027. | Hoch | IBM i 7.5 oder 7.6 auf neuer Hardware oder gehostet – als Brücke für die Migrationszeit. |
| R4 | Unverschlüsselte Verbindungen, zu weite RechteTerminal-Sitzungen (Telnet) und FTP laufen unverschlüsselt, auch über das WLAN der Lager; 38 Profile haben Vollzugriff. | Hoch | TLS für Terminal-Sitzungen, SFTP, Berechtigungskonzept, Sicherheitsstufe 40. |
| R5 | Kundenregeln fest im Code1.240 Stellen mit fest codierten Kundenregeln; jede neue Kundenanforderung erfordert eine Programmänderung. | Mittel | Regeln dokumentieren und im neuen System als Konfiguration abbilden. |
Die Optionen im Vergleich
| Option | Aufwand ohne KI | Dauer ohne KI | Ersparnis mit KI | Bewertung |
|---|---|---|---|---|
| AAbsichern und Wissen sichernUpgrade auf IBM i 7.5 oder 7.6 (neue Hardware oder gehostet), Verschlüsselung und Berechtigungen, Notfalltest, Git für den Quellcode, Dokumentation der Kernprogramme. | 90–120 PT | 4–6 Monate | 30–40 % | Zwingend als Brücke |
| BAuf der IBM i modernisierenRPG III und COBOL nach Free-Format-RPG überführen, Datenbank auf SQL umstellen, Web-Oberfläche und Schnittstellen direkt auf der IBM i. | 750–950 PT | 31–40 Monate | 55–65 % | Möglich, löst aber das Personalproblem nicht |
| CSchnittstellen vorschalten, dann modulweise ablösenempfohlenZuerst REST-Schnittstellen mit Spring Boot (Java) vor LVS/400, dann Modul für Modul eine neue Web-Anwendung mit Angular und PostgreSQL; LVS/400 läuft parallel und schrumpft schrittweise. | 1.040–1.310 PT | 40–45 Monate | 40–50 % | Empfohlen (nach Option A) |
| DStandardsoftware für Lager und SpeditionAblösung durch ein Standard-Lagerverwaltungssystem und eine Speditionssoftware. | hoch (zzgl. Lizenzen) | 22–30 Monate | ca. 20 % | Nur für Teilbereiche sinnvoll |
Aufwand und Dauer ohne KI geschätzt. Mit unserer KI-gestützten Entwicklung sinken Zeit und Kosten um die angegebene Spanne; die Roadmap ist bereits mit KI gerechnet.
Empfehlung und Roadmap
Wir empfehlen, zuerst Plattform und Wissen abzusichern (Option A) und danach Schnittstellen vorzuschalten und LVS/400 modulweise abzulösen (Option C). Die Schnittstellen bringen den Kunden sofort Nutzen und bilden gleichzeitig das Fundament der neuen Anwendung. Jedes Modul geht erst in Betrieb, wenn es sich im Parallelbetrieb bewährt hat.
- Phase 1
Brücke und Sicherheit
Monat 1–4 · 60–80 PT
IBM i 7.5 oder 7.6, Verschlüsselung und Berechtigungen, Notfalltest, Git, Beginn des Wissenstransfers
- Phase 2
Schnittstellenschicht
Monat 3–8 · 110–140 PT
REST-Schnittstellen für Sendungsstatus und Auftragsannahme, Kundenportal in Echtzeit, Datenmodell und Abrechnungsregeln dokumentieren
- Phase 3
Modulweise Ablösung
Monat 8–26 · 420–520 PT
Lager mit mobiler Erfassung, Auftragsannahme, Disposition, Abrechnung; Datenumzug je Modul nach PostgreSQL
- Phase 4
Abschaltung
Monat 26–30 · 40–60 PT
Restfunktionen übernehmen, Altdaten revisionssicher archivieren, IBM i abschalten
Alle vier Phasen zusammen: 630–800 PT über ca. 30 Monate mit KI-gestützter Umsetzung – ohne KI wären es ca. 1.130–1.430 PT. Schätzgenauigkeit ±25 %. Hardware, Hosting und Lizenzen sind nicht enthalten.
Der Bericht zum Download
Der Bericht besteht aus zwei Teilen: einer kompakten Zusammenfassung für die Geschäftsführung und einer ausführlichen Detailanalyse für die IT. Klicken Sie auf eine Seite, um sie zu vergrößern.
Teil 1: Management-Zusammenfassung
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PDF herunterladenWeitere Beispielberichte
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Ihr eigener Legacy-Check
Festpreis 2.499 € netto, Ergebnis in der Regel nach zwei Wochen – mit Bericht, Ergebnispräsentation und konkreter Empfehlung für Ihre Anwendung.