Fiktives Beispiel
Beispiel: Legacy-Check einer Delphi-Warenwirtschaft
Eine Warenwirtschaft aus Delphi 7, ein Entwickler kurz vor dem Ruhestand und die E-Rechnungspflicht vor der Tür: Dieses fiktive Beispiel zeigt, wie ein Legacy-Check eine solche Lage bewertet – und welcher Weg herausführt. Beide Teile des Berichts können Sie als PDF herunterladen.
Die Ausgangslage
Muster Haustechnik Großhandel GmbH (fiktiv) – Großhandel für Sanitär- und Heizungstechnik mit 85 Mitarbeitenden, einem Zentrallager und zwei Abholstandorten.
Komplette Warenwirtschaft: Artikel- und Preispflege für rund 1,4 Mio. Artikel, Angebote, Aufträge, Lieferscheine und Rechnungen, Einkauf, Lager mit Kommissionierung sowie das Objektgeschäft mit Projektpreisen für Handwerksbetriebe.
MERKUR wurde ab 1998 von einem Ein-Personen-Softwarehaus entwickelt und wird bis heute vom selben Entwickler gepflegt. Er hat angekündigt, sich Ende 2027 zur Ruhe zu setzen; die Rechte am Quellcode wurden 2025 vertraglich übertragen. Gleichzeitig steht die Pflicht zur E-Rechnung vor der Tür, und die Handwerkskunden erwarten digitale Bestellwege. Die Geschäftsführung wollte wissen, ob MERKUR eine Zukunft hat – und wenn nicht, wie der Umstieg ohne Unterbrechung des Tagesgeschäfts gelingt.
- Zukunftsfähigkeit von MERKUR und Risiken für den Betrieb bewerten
- Die E-Rechnungspflicht rechtzeitig erfüllen
- Wissen des Entwicklers sichern, solange er verfügbar ist
Umfang des Legacy-Checks
Festpreis 2.499 € netto · Durchführung in 2 Kalenderwochen
- Analyse des vollständigen Quellcodes und des Datenbankschemas (anonymisierte Kopie, keine Echtdaten)
- KI-gestützte Code-Analyse mit dem jeweils passenden Modell und erprobten Prompts, alle Befunde von erfahrenen Entwicklern geprüft
- Zwei Interviews: Fachbereich (Verkauf und Lager) und der bisherige Entwickler
- Prüfung von Infrastruktur, Betrieb, Drittkomponenten und Lizenzen
- Ergebnispräsentation (online, 60 Minuten) und dieser Bericht
Das Ergebnis
Fachlich stark, technisch am Ende des Lebenszyklus
MERKUR bildet das Geschäft der Muster Haustechnik in großer Tiefe ab – Konditionslogik und Objektgeschäft sind echte Stärken. Die technische Basis ist jedoch ausgereizt: Delphi 7 und Firebird 2.5 werden nicht mehr weiterentwickelt, und das Wissen liegt bei einem Entwickler, der Ende 2027 in den Ruhestand geht. Zwei Punkte dulden keinen Aufschub: die aus dem Internet erreichbare Datenbank und die E-Rechnungspflicht ab 01.01.2027. Danach empfehlen wir die schrittweise Ablösung durch eine Web-Anwendung.
Ampelbewertung
Die fünf größten Risiken
| Nr. | Risiko | Einstufung | Maßnahme |
|---|---|---|---|
| R1 | E-Rechnungspflicht ab 2027 nicht erfüllbarMERKUR erzeugt Rechnungen nur als PDF. Ab 2027 muss das Unternehmen (Vorjahresumsatz über 800.000 €) Rechnungen an inländische Geschäftskunden als E-Rechnung ausstellen. | Kritisch | E-Rechnungsdienst (XRechnung, ZUGFeRD) neben MERKUR – fertig bis 31.12.2026. |
| R2 | Datenbank aus dem Internet erreichbarFür den nächtlichen Shop-Abgleich ist der Firebird-Port in der Firewall freigegeben; der Zugriff erfolgt unverschlüsselt mit SYSDBA. | Kritisch | Port sofort schließen, gesicherte Schnittstelle, Konten mit minimalen Rechten. |
| R3 | Wissensmonopol mit AblaufdatumDas gesamte technische Wissen liegt bei einem externen Entwickler, der sich Ende 2027 zur Ruhe setzt. | Hoch | Wissenstransfer vertraglich vereinbaren, Geschäftsregeln dokumentieren. |
| R4 | Plattform ohne ZukunftDelphi 7, Firebird 2.5 und zentrale Komponenten werden nicht mehr gepflegt; Windows Server 2016 verliert im Januar 2027 den Support. | Hoch | Kurzfristig Firebird 5 und Windows Server 2025, mittelfristig Ablösung. |
| R5 | Kein Quellcode-ManagementQuellcode und Compiler-Lizenz liegen auf dem Rechner des Entwicklers; Versionen werden als ZIP-Archive abgelegt. | Hoch | Git und Build im Unternehmen, Lizenzen auf das Unternehmen. |
Die Optionen im Vergleich
| Option | Aufwand ohne KI | Dauer ohne KI | Ersparnis mit KI | Bewertung |
|---|---|---|---|---|
| AAbsichern und Pflichten erfüllenE-Rechnungsdienst, Datenbank abschotten, Firebird 5 und Windows Server 2025, Git und Build im Haus; MERKUR selbst bleibt unverändert. | 55–70 PT | 3–4 Monate | 30–40 % | Zwingend und sofort |
| BAuf aktuelles Delphi hebenAktuelle Delphi-Version mit Unicode und 64 Bit, Ersatz eingestellter Komponenten; Oberfläche und Abläufe bleiben. | 470–630 PT | 18–24 Monate | 50–70 % | Machbar, löst aber das Fachkräfteproblem nicht |
| CSchrittweise Ablösung durch eine Web-AnwendungempfohlenNeue Anwendung mit ASP.NET Core (C#), Angular und PostgreSQL, Modul für Modul nach dem Strangler-Fig-Muster; MERKUR läuft parallel, bis das letzte Modul übernommen ist. | 840–1.080 PT | 36–42 Monate | 50–60 % | Empfohlen (nach Option A) |
| DBranchensoftware für den GroßhandelEinführung einer Standard-Warenwirtschaft für den Sanitär- und Heizungsgroßhandel mit Anpassungen. | hoch (zzgl. Lizenzen) | 15–23 Monate | ca. 20 % | Nachrangig – hoher Anpassungsbedarf |
Aufwand und Dauer ohne KI geschätzt. Mit unserer KI-gestützten Entwicklung sinken Zeit und Kosten um die angegebene Spanne; die Roadmap ist bereits mit KI gerechnet.
Empfehlung und Roadmap
Wir empfehlen, sofort die Pflichten und die kritischen Risiken zu erledigen (Option A) und MERKUR anschließend schrittweise durch eine Web-Anwendung abzulösen (Option C). Den Anfang macht der E-Rechnungsdienst: Er wird bereits als Baustein der neuen Architektur gebaut. Entscheidend ist, das Wissen des bisherigen Entwicklers zu sichern, solange er noch verfügbar ist.
- Phase 1
Pflichten und Sicherheit
Monat 1–3 · 35–45 PT
E-Rechnungsdienst bis 31.12.2026, Datenbank abschotten, Firebird 5 und Windows Server 2025, Git und Build im Haus
- Phase 2
Wissen sichern und Fundament
Monat 3–6 · 60–80 PT
Geschäftsregeln mit dem Entwickler dokumentieren, Schnittstellenschicht (API) über der Datenbank, Testfälle aus echten Belegen
- Phase 3
Modulweise Ablösung
Monat 6–20 · 280–350 PT
Stammdaten und Preise, Verkauf, Einkauf, Lager mit mobiler Erfassung im Browser
- Phase 4
Datenumzug und Abschaltung
Monat 20–24 · 40–55 PT
Umzug auf PostgreSQL, Parallelbetrieb beenden, MERKUR archivieren und abschalten
Alle vier Phasen zusammen: 415–530 PT über ca. 24 Monate mit KI-gestützter Umsetzung – ohne KI wären es ca. 895–1.150 PT. Schätzgenauigkeit ±25 %. Phase 1 muss bis 31.12.2026 abgeschlossen sein.
Der Bericht zum Download
Der Bericht besteht aus zwei Teilen: einer kompakten Zusammenfassung für die Geschäftsführung und einer ausführlichen Detailanalyse für die IT. Klicken Sie auf eine Seite, um sie zu vergrößern.
Teil 1: Management-Zusammenfassung
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Ihr eigener Legacy-Check
Festpreis 2.499 € netto, Ergebnis in der Regel nach zwei Wochen – mit Bericht, Ergebnispräsentation und konkreter Empfehlung für Ihre Anwendung.